Czechia

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Marek Torčík: Was die Zeit nicht nimmt

Torčík Marek
Kraetsch Mirko
Marek Torčík, foto Barbora Maršíček Votavová

Marek Torčíks Roman „Was die Zeit nicht nimmt“ zählt zu den meistdiskutierten Prosa Debüts der tschechischen Gegenwartsliteratur. Der autofiktional grundierte Text, in bisher bereits 27 Sprachen übersetzt, erzählt vom Aufwachsen eines Jungen im mährischen Arbeitermilieu der 1990er- und 2000er-Jahre – in einer Welt aus toxischer Maskulinität, sozialer Härte und alltäglicher Gewalt. Als queerer Teenager erlebt der Erzähler Ausgrenzung, Scham und körperliche Bedrohungen, zugleich eine tiefe, fragile Bindung zur Mutter, die selbst mit den Verletzungen ihres Lebens ringt.

Torčík schreibt in einer Mischung aus poetischer Präzision und schonungsloser Körperlichkeit. Seine radikale Du-Form richtet sich an das jüngere Selbst: als Versuch der Rückeroberung der eigenen Geschichte und als Akt der Selbstermächtigung. Die Erinnerungen bleiben unsentimental und dennoch empathisch – ein Blick auf marginalisierte Lebensrealitäten, der selten so klar erzählt wurde.

Der Roman zeigt, wie eng Herkunft, Trauma und Identität miteinander verschränkt sind – und wie schmerzhaft und hoffnungsvoll zugleich der Weg heraus sein kann: Freundschaften, erste queere Liebe, tastendes Sprechen über Begehren, das Ringen um ein eigenes Leben jenseits der Gewalt.

In Leipzig liest Torčík aus seinem Roman und spricht mit Übersetzer Mirko Kraetsch über Schreiben aus marginalisierten Perspektiven, über Klassenrealität, queere Selbstbehauptung und die Kraft literarischer Sprache. Die Veranstaltung steht im Kontext der Vorbereitungen auf Czechia 2026 und zeigt exemplarisch, wie der Anthea Verlag neue Stimmen aus Mittel- und Osteuropa sichtbar macht.

„Was die Zeit nicht nimmt“ ist ein Roman von großer emotionaler Wucht und anhaltender gesellschaftlicher Relevanz.


 Event

    LBM 26, reading
    Körper, Worte, Saunen
    • Místo konání:
    • Schaubühne Lindenfels, Leipzig
    • Moderated by: Libuše Černá, Daniel Schmidt, Martin Krafl
    • Reading in German: Laura Richter, Stephan Wolf-Schönburg