
Barbara Šalamounová (geb. 1964) ist eine tschechische Illustratorin, Autorin und Gestalterin im Bereich Animations- und Realfilm, Comic-Autorin sowie Pädagogin. Sie wurde im deutschen Halle an der Saale geboren, wuchs aber in einer deutsch-tschechischen Künstlerfamilie in Prag auf.
Beide Eltern, Jiří und Eva Natus-Šalamoun, waren bildende Künstler und Hochschullehrer. Ihre Mutter, Eva Natus-Šalamoun, stammte ebenfalls aus Halle (Saale). Nach ihrem Studium an der HKD Burg Giebichenstein absolvierte sie ein Postgraduiertenstudium in Prag an der Akademie für Kunst, Architektur und Design (UMPRUM) im Atelier von Prof. Hoffmeister im Fachbereich Film- und Fernsehgrafik. Später war sie Professorin an der Burg Giebichenstein in Halle, wo sie die Fachklasse für Illustration und Animation gründete.
Ihr Vater, Jiří Šalamoun, war zwischen seinem Studium an der Prager Akademie der Bildenden Künste (AVU) drei Jahre lang Meisterschüler an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Beide Eltern arbeiteten sowohl für deutsche als auch für tschechische Verlage.
Barbara Šalamounová absolvierte die Akademie für Kunst, Architektur und Design (UMPRUM) in Prag im Atelier für Fernseh- und Filmgrafik. Dort entwarf sie im zweiten Studienjahr die Figur des „Ropák“ für Jan Svěráks Film Ropáci (Ölfresser). Der Film wurde auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet und erhielt 1988 in Los Angeles den Studenten-Oscar.
Sie arbeitete extern für die amerikanische Agentur Young & Rubicam sowie als Storyboard-Zeichnerin für weitere Agenturen und illustrierte für Zeitschriften wie z. B. Reflex. Danach ging sie für ein Postgraduiertenstudium an die Burg Giebichenstein Kunsthochschule nach Halle (Saale).
Als Erste in Tschechien kombinierte sie 2D- und 3D-Digitalanimation in ihrem Animationsfilm Copak není moucha mojí sestrou? (Ist die Fliege nicht meine Schwester?, 2006), der in deutsch-tschechischer Koproduktion entstand.
Sie arbeitet freiberuflich. Ihr jüngstes großes Comic-Werk ist das Buch Trampoty člověka Sekory (Die Mühsale des Herrn Sekora, 2024), das für den Muriel-Preis 2024 (Bestes Szenario), nominiert wurde und den Kinder- und Jugendbuchpreis Zlatá stuha 2025 (Goldenes Band) in der Kategorie Comic erhielt.
Sie war auch selbst in der Lehre tätig, zuletzt an der Ladislav-Sutnar-Fakultät für Design und Kunst in Pilsen, wo sie das Atelier für Comic und Kinderillustration gründete und bis 2019 leitete. Neben ihrer eigenen Arbeit betreut sie den künstlerischen Nachlass ihrer Eltern und hält sämtliche Urheberrechte, wie zum Beispiel an der bekannten Figur Maxipes Fík. Zu diesem Zweck gründete sie den Stiftungsfonds „Nadační fond Šalamounovi“.
Goldenes Band (2025)