
Der Erzähler wird Zeuge einer seltsamen Begegnung: Zwei Männer laufen in einer Leipziger Passage aufeinander zu und tauschen identisch aussehende Taschen aus. Als er sie später in einem Café sitzen sieht, gesellt er sich – neugierig geworden – hinzu. Was als zufällige Begegnung beginnt, ist die Geburtsstunde eines mitteleuropäischen Reigens aus Formen, Gerüchen und Farben – primordial, überbordend, zugleich gebannt wie unter dem Brennglas. Dem Teufel der Fabulation und dem Gott des Zufalls folgend entfaltet der Roman eine komplexe Schachtelung sukzessiv ineinandergreifender Geschichten von beeindruckendem Raffinement. Während ein nährendes Nichts im Zentrum der kunstvoll verwobenen, vieldimensionalen Erzählung ganze Galaxien ausspeit, variiert, wieder verschluckt, braucht niemandem bange zu werden: Das alles ergibt Sinn.
Ein Buch, das verändert zurücklässt.