
Autorenlesungen und Debatte|Eröffnung des Begleitprogramms anlässlich des Ehrengastauftritts der Tschechischen Republik auf der Frankfurter Buchmesse 2026. Die Auftaktveranstaltung einer Reihe deutsch-tschechischer Dialoge, die von der Mährischen Landesbibliothek und dem Goethe-Institut Tschechien anlässlich des Ehrengastauftritts der Tschechischen Republik auf der Frankfurter Buchmesse 2026 vorbereitet werden.
Die Autoren Sascha Reh und Jonáš Zbořil beschäftigen sich in ihren Romanen Biotopia und Flora mit einer nahen Zukunft, in der wir vielerorts unsere neue Realität wiedererkennen. Biotopia ist ein dystopischer Roman über eine Zukunft, die unserer Gegenwart erschreckend ähnlich ist. Er bietet einen anregenden Blick auf das Zusammenspiel von Ökologie, Technologie, Macht und zwischenmenschlichen Beziehungen – und stellt die Frage, welchen Preis wir für nachhaltigen Fortschritt zu zahlen bereit sind. Die Handlung des Romans Flora spielt am Rande der Stadt, in einem verlassenen Gebiet, das einen Übergangsraum zwischen Zivilisation und Natur bildet – und in dem ungewöhnliche Wesen auftauchen. Der Autor lässt der Leserschaft viel Raum zum Nachdenken über neue Lebensformen, das Verschmelzen von Organischem und Anorganischem, die Sehnsucht nach einem Kind sowie über das Gleichgewicht zwischen Fürsorge und Angst.
Der rebellische Ton in den kurzen Prosatexten der deutschen Autorin Fiona Sironic und des tschechischen Schriftstellers Petr Šesták kann als Aufforderung verstanden werden, eine Bestandsaufnahme zeitgenössischer Ideologien und Kulturkämpfe zu machen. Inwieweit ruiniert die Digitalisierung unser Leben? Die titelgebenden „Mädchen“ aus Fiona Sironics erfolgreichem Debüt Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft wuchsen als Töchter von Influencerinnen auf und zerstören in ihrer Wut während der Pubertät alle digitalen Erinnerungen. Auch der Erzähler in Šestáks Vyhoření wird von Wut getrieben, tritt wütend in die Pedale seines Fahrrads, mit dem er Essen in der Stadt ausliefert – sein Leben wird ebenfalls weitgehend von den Algorithmen der digitalen Plattform bestimmt, für die er arbeitet.
Dem Abendprogramm für die Öffentlichkeit geht ein Vormittagsprogramm Die dicke Prinzessin Petronia für Schulklassen mit Katharina Greve voraus.
Foto: © Goethe-Institut 2026