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Deutsch-tschechische Familiengeschichten mit Miloš Doležal: Veranstaltungsbericht

Miloš Doležal, foto: Michaela Vostalová
Bei der Lesung und Diskussion mit Miloš Doležal ging es um die dramatischen Ereignisse der Nachkriegszeit und ihren Platz in der deutsch-tschechischen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Die Literaturreihe „Deutsch-tschechische Familiengeschichten“ wurde in Berlin mit einem Treffen mit dem tschechischen Schriftsteller Miloš Doležal fortgesetzt, der sein Buch „1945: Léto běsů“ (1945: Der Sommer der Wut) vorstellte. Das 2019 ins Leben gerufene Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Adalbert-Stifter-Verein und mit Unterstützung des Tschechisch-Deutschen Zukunftsfonds realisiert wird, stellt Autorinnen und Autoren vor, die sich mit der gemeinsamen Geschichte des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen – von der nationalsozialistischen Besatzung und dem Holocaust bis zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach dem Krieg. Doležal fängt in seinen Dokumentarberichten die Gewalt und moralischen Dilemmas unmittelbar nach dem Krieg ein und setzt anhand von Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen sowie Archivrecherchen konkrete menschliche Schicksale in einen breiteren historischen Kontext. So entsteht ein sensibles und eindringliches Bild einer Zeit, in der es nur selten zu einer gerechten Aufarbeitung der früheren Ungerechtigkeiten kam.

Sehen Sie sich die Aufzeichnung der Veranstaltung hier an.