
Archäologisches Museum Frankfurt am Main & Ostböhmisches Museum Pardubice
Die einzigartige Entdeckung eines Bronzeeimers (Höhe 69 cm, maximale Breite 60 cm, Bodendurchmesser 29,5 cm, maximales Gefäßvolumen ca. 145 Liter) aus Kladina im Bezirk Pardubice hat die Ansicht über die Entwicklung der Spätbronzezeit in Ostböhmen erheblich verändert. Das bronzene Gefäß mit reich getriebener Verzierung mit Motiven von Sonnenbarken, die von Wasservögeln/Schwänen gezogen werden, stellt das einzige Gefäß seiner Art in der Tschechischen Republik dar. Der außergewöhnliche Fund ist ein Beleg für die Kommunikation der spätbronzezeitlichen Eliten und zeugt auch von deren Ritualen. Dank einer fachübergreifenden Zusammenarbeit identifizierten die Forscher von führenden böhmischen und mährischen archäologischen und naturwissenschaftlichen Institutionen im Inneren des Gefäßes Spuren von Hirsebier/-brei. Es ist gerade dieser Befund, der zur Interpretation des Gefäßes als Opfergabe beiträgt – ein Objekt kultischer Praktiken, die vielleicht mit einem Trinkritual verbunden waren. Die Besucher der Ausstellung werden in die Geheimnisse des erwähnten Exponats eindringen, sie werden die Gelegenheit haben, seine einzigartige Schönheit zu bewundern und sich mit verschiedenen archäologischen Interpretationen vertraut zu machen, die diesem Artefakt neues Leben einhauchten.