Die preisgekrönten Autoren haben einiges gemeinsam: Sie wurden durch ihre Prosa-Debüts berühmt, die in einer Zeit spielen, in der Anderssein nicht toleriert wurde und gleichgeschlechtliche Beziehungen vor der Gesellschaft verborgen bleiben mussten. Marek Torčík erinnert sich in seinem autobiografischen Roman Was die Zeit nicht nimmt an sein jugendliches Ich – einen sensiblen Teenager, der zum Opfer von Mobbing wird und mehrere Tabus bricht: unter anderem dadurch, dass er sich mit einem Roma-Mitschüler anfreundet.
Seine plastische und schmerzhafte Schilderung des Erwachsenwerdens in einer kleinen Industriestadt steht sowohl thematisch als auch stilistisch im Einklang mit Anthony Shaplands Roman A Room Above a Shop, einer zarten Liebesgeschichte zweier Männer, die in den 1980er Jahren in einem konservativen walisischen Kleinstadtmilieu leben – auf dem Höhepunkt der Aids-krise und in einer Zeit, in der die Regierung unter Margaret Thatcher anti-LGBT-Gesetze erließ.
Marek Torčík, Anthony Shapland, Moderation: Alexandra Büchler