
Jan Novák (* 1953) ist ein tschechisch-amerikanischer Schriftsteller, Dramatiker, Drehbuchautor, Übersetzer und Dokumentarfilmer. 1969 emigrierte er mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten, wo er Geisteswissenschaften an der University of Chicago studierte. Drei Jahre lang transportierte er für die Firma United Armored Services als bewaffneter Kurier Geld, was er in der Prosaarbeit Těžký prachy [Big Money] (2022) beschrieb. Seit 2008 lebt er in Prag und schreibt auf Englisch und Tschechisch.
Der Schriftsteller Jan Novák wurde von Josef Škvorecký entdeckt, der seine Werke im Torontoer Verlag 68 Publishers veröffentlichte. Dort erschienen die Erzählungen Striptease Chicago (1983) sowie der erfolgreiche Roman The Wyllis Dream Kit [Millionenjeep], (1985), den Novák bereits auf Englisch schrieb und für den er den Carl Sandburg Award erhielt. Es folgten der Roman The Grand Life (1987) und das autobiografische Buch Commies, Crooks, Gypsies, Spooks & Poets [Kommunisten, Gauner, Zigeuner, Spione & Dichter] (1995), das ebenfalls mit dem Carl Sandburg Award ausgezeichnet wurde.
Novák arbeitete mit dem Oscar-prämierten Regisseur Miloš Forman am Film Valmont zusammen und ist Mitautor dessen Autobiografie Turnaround (1994). Sein erfolgreichstes Werk ist der Roman Zatím dobrý [So weit so gut] (2004) über die dramatische Flucht der Brüder Mašín im Oktober 1953 nach West-Berlin, der als „Buch des Jahres 2004“ beim Magnesia Litera ausgezeichnet wurde. Diese „größte Geschichte des Kalten Krieges“ rekonstruierte Novák später im Dokumentarfilm Útěk do Berlína [Flucht nach Berlin], 2024. Ausgezeichnet wurde auch der autobiografische Roman Děda [Opa] (2006), dessen deutsche Übersetzung derzeit vom Mitteldeutscher Verlag vorbereitet wird. 2020 veröffentlichte Novák die kritische Biografie Milan Kundera: Český život a doba [Milan Kundera: Das tschechische Leben und Zeit], die in der tschechischen Literaturszene monatelange Diskussionen auslöste. Gemeinsam mit dem Schachgroßmeister Lubomír Kaválek schrieb er dessen Autobiografie Rozehraný život [Ein begonnenes Leben] (2023), die mit dem E. E. Kisch Preis ausgezeichnet wurde.
Novák ist außerdem Autor von Theaterstücken (u. a. Tolstoj a peníze [Tolstoi und das Geld]) sowie erfolgreicher Comics, an denen er mit dem Künstler Jaromír 99 zusammenarbeitet: Zátopek [Zátopek] (2016), Zatím dobrý [So weit so gut] (2018) und Čáslavská [Čáslavská] (2020). Zudem widmet er sich Dokumentarfilmen; gemeinsam mit seinem Sohn Adam drehte er Filme über Václav Havel, dessen Theaterstücke er ins Englische übersetzte: Občan Havel jede na dovolenou [Bürger Havel fährt in den Urlaub] (2005) und Občan Havel přikuluje [Bürger Havel rollt] (2009).
Die Werke wurden in 22 Sprachen übersetzt, darunter ins Englische, Französische, Deutsche, Spanische, Portugiesische, Russische, Chinesische und Japanische.
– Roman, übers. Christina Frankenberg, Mitteldeutscher Verlag, 2026
– tschech. original Děda, Bookman, 2006
– Comic, übers. Mirko Kraetsch, Salleck Publications, 2023
– tschech. original Čáslavská, Argo, 2020
– Comic, übers. Mirko Kraetsch, Voland & Quist, 2019
– tschech. original Zatím dobrý, Argo, 2018
– Comic, übers. Mirko Kraetsch, Voland & Quist, 2016
– tschech. original Zátopek… když nemůžeš, tak přidej!, Argo, Paseka, 2016
Egon Ervín Kisch Preis (2023)
Josefa Škvorecký Preis (2007)
Magnesia Litera Buch des Jahres (2005)
Carl Sandburg Prize for the Best Chicago Non-fiction (1995)
Carl Sandburg Prize for the Best Chicago Fiction (1985)
Egon Hostovský Preis (1987)
Revolver Revue Preis (1988)