Der Holocaust-Überlebende, Journalist, Dramatiker und Dissident Ivan Klíma gehörte zu den bekanntesten tschechischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Seine Bücher zählten zu den meistpublizierten tschechischen Werken im Ausland, während sie in der Heimat von 1970 bis 1989 verboten waren. Seinen Lebensunterhalt verdiente Klíma unter anderem als Trickfilmautor – zwei Jahre lang schrieb er Geschichten vom kleinen Maulwurf – und als Vermesser. 2025 starb er im Alter von 94 Jahren. In seinem Nachlass fand sich ein unbekanntes Manuskript über Prag: politisch, historisch, kulturell – eine Hommage an seine seelische Heimat. Klíma ist nach Karel Čapek der am häufigsten ins Deutsche übersetzte tschechische Autor. Libuše Černá spricht mit Michal Klíma über Leben und Werk seines Vaters.
Mein Prag, Übersetzung von Maria Hammerich-Maier, Transit Verlag 2026.
Michal Klíma, Moderation: Libuše Černá, reading: Stephan Wolf-Schönburg