
Ein autobiografischer Comic kann wehtun. Wer sich dafür entscheidet, einen solchen zu schaffen, entwirft sein eigenes Bild selbst und trägt dafür vor dem Publikum, der Kritik und sich selbst Verantwortung. Doch was ist mit „den anderen“? Niemand von uns ist eine Insel, und jede Comic-Autobiografie ist immer auch eine Sammlung von Dutzenden kleiner reportageartiger Berichte über die Menschen im Umfeld: die Nächsten ebenso wie zufällige Passanten. Štěpánka Jislová und Lucie Lomová, zwei der herausragendsten Vertreterinnen des zeitgenössischen tschechischen Comics, haben in den vergangenen Jahren offen autobiografische Arbeiten veröffentlicht, die keineswegs nur gefällig an der Oberfläche bleiben. Warum haben sie sich für die Autobiografie entschieden und wie
haben sie für sich selbst das Dilemma des Darstellens ihrer Angehörigen gelöst?
Štěpánka Jislová, Lucie Lomová, Moderation: Kateřina Čopjaková