„Der kulturelle Auftritt bei der feierlichen Eröffnung der Frankfurter Buchmesse ist eine Ehre, die ausschließlich dem Ehrengast vorbehalten ist. Dadurch rücken die tschechische Literatur und Musik in den Fokus vieler bedeutender ausländischer Medien sowie des Fachpublikums und der breiten Öffentlichkeit, die dieses prestigeträchtige Weltereignis mit großer Aufmerksamkeit verfolgen“, betont Tomáš Kubíček, Generaldirektor der Mährischen Landesbibliothek und Leiter des Projekts „Czechia 2026“, die Bedeutung der Teilnahme unserer Künstlerinnen. „Auf der Grundlage eines Vertrags mit der Frankfurter Buchmesse hat der dramaturgische Beirat des Projekts fünf Nominierungen vorgeschlagen. Anschließend wählte die Messeleitung zwei Vertreterinnen der Tschechischen Republik aus. Die musikalische Darbietung entstand im Laufe gemeinsamer Gespräche mit den Dramaturg*innen des Festabends. Eine große Rolle spielte dabei die Wahl eines Künstlers oder, in diesem Fall, einer Künstlerin mit internationaler Ausstrahlung“, ergänzt Martin Krafl, Direktor des Tschechischen Literaturzentrums und Programmdirektor von Czechia 2026, zur Auswahl.


„Es gibt einen Streit zwischen Shakespeare und einem seiner allergescheitesten Zeitgenossen, Johnson, der ihm vorgeworfen hat, er sei ein schlechter Dichter, er wisse nicht einmal, dass Böhmen nicht am Meer liegt. Jeder weiß, dass Böhmen nicht am Meer liegt. Wohl drückt sich aber die Hoffnung der Kunst aus, mit Freiheit Grenzen zu überwinden. Ja, Böhmen liegt am Meer, und damit ist auch schon alles gesagt. In unserem europäischen Raum werden verschiedene Schauplätze übereinander geblendet und Böhmen poetisch ans Meer verlegt. Trauma ist die Atmosphäre Europas. Aber es gibt Literatur. Literatur als der Humanismus der gelebten Hoffnung. Ein Mensch ohne Bücher ist blind“, erklärt Radka Denemarková zur Eröffnung.


„Bei der Eröffnung der Messe aufzutreten, ist für mich eine große Ehre, aber auch eine Herausforderung und eine Verantwortung. Ich werde dort nicht nur für mich selbst stehen, sondern auch für alle Kolleginnen und Kollegen aus der Literaturszene. Ich wünsche der tschechischen Literatur als Ganzes, dass ihr die Teilnahme an der Messe neue Türen und Möglichkeiten eröffnet. Das Bild der Tschechischen Republik als Küstenland gefällt mir sehr gut. Das Meer ist für mich ein Synonym für Offenheit und weite Horizonte. Dieses Bild bietet eine ungewöhnliche Perspektive und regt die Fantasie an. Das Unmögliche wird plötzlich möglich. Und das ist meiner Meinung nach das Wesen der Literatur und der Kunst im Allgemeinen“, sagt Marie Iljašenko.


