Tschechien

Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2026

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Fotoreportage: Pressekonferenz und Buchhandelsevent in Frankfurt

Gestern präsentierten wir in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main unser Literatur- und Kulturprogramm und das Konzept des Ehrengast-Pavillons. Am Abend folgte ein Event für Buchhändler*innen, wo wir die aktuelle tschechische Literatur präsentierten.

Tomáš Kubíček, Generaldirektor der Mährischen Landesbibliothek und Direktor des tschechischen Ehrengastauftritts, und Martin Krafl, Direktor des Tschechischen Literaturzentrums und Programmdirektor des tschechischen Ehrengastauftritts, informierten über das Jahr der tschechischen Kultur und die Aktivitäten auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Frank Scholze, Generaldirektor der Deutschen Nationalbibliothek, sowie Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, und die Generalkonsulin der Tschechischen Republik in Düsseldorf mit Zuständigkeit für Nordrhein-Westfalen und Hessen, Kristina Larischová, hielten Grußworte.

Im Rahmen des Jahres der tschechischen Kultur werden bis zur Frankfurter Buchmesse dutzende Lesungen stattfinden. Bei Lesungen in Berlin, Frankfurt am Main, Köln, München und Wien können sich die Besucher*innen u. a. auf Iva Procházková, Miroslav Hlaučo, Vratislav Maňák, Marek Torčík und Sophia Marzolff freuen. Als diesjähriges Gastland bei den Texttagen Nürnberg vom 16. bis zum 19. Juli präsentiert sich Tschechien mit Jaroslav Rudiš, Štěpánka Jislová, Anna Řezničková, Alžběta Stančáková, Jaromír Typlt, Jan Laštovička und Vratislav Maňák. Vom 29. September bis zum 1. Oktober lockt das Literaturfestival Ahoj! Tschechien setzt über in Wien und Bad Ischl mit Lesungen mit Radka Denemarková, Lucie Faulerová, Dora Kaprálová, Michal Ajvaz, Petr Borkovec und anderen.

Neben dem umfangreichen literarischen Programm auf der Messe selbst, zu dem 75 Autor*innen nach Frankfurt reisen werden, wird es im Umfeld zahlreiche weitere Veranstaltungen geben.
Am 10. Oktober 2026 findet beispielsweise in der Alten Oper in Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern die deutsche Premiere von Werken von Slavomír Hořínka, Barbora Tomášková undPavel Šabacký statt. Im Internationalen Theater Frankfurt und bei der Sonderausgabe des Festivals Drama Panorama zeigt sich Tschechien mit zeitgenössischer Dramatik. In Zusammenarbeit mit den Arthouse-Kinos in Frankfurt am Main finden zwei Filmvorführungen statt, die thematisch mit der tschechischen Literatur verbunden sind: „Durch die Landschaft der Literatur“ zeigt die Reise des Schriftstellers Jaroslav Rudiš quer durch Tschechien, in „Ich bürge für ein Wort mit meinem Leben“ geht es um die Schriftstellerin Radka Denemarková. Der tschechische Ehrengast ist zudem Partner der deutschsprachigen Premiere des zweiteiligen Fernsehfilms „Gerta Schnirch”, der von Kateřina Tučkovás Roman „Gerta. Das deutsche Mädchen“ inspiriert und in einer Zusammenarbeit von Tschechischem Fernsehen ČT, ARTE und HBO entstanden ist.

Den Ehrengastauftritt werden zahlreiche Ausstellungen in Kulturinstitutionen in Frankfurt und Umgebung begleiten: Die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT widmet sich der Skulpturenkünstlerin Anna Hulačová. Das Museum für Kommunikation zeigt mit „Samizdat“ eine Auseinandersetzung mit der Unterdrückung des freien Lebens in der Tschechoslowakei. Im Klingspor Museum in Offenbach/Main zeigt die Ausstellung „Tschechisches Buchdesign und Illustration 1900 bis 2025“. Die Ausstellung „Beyond Paper Plan“ im Struwwelpeter Museum stellt außergewöhnliche Bilderbuchkunst aus Tschechien in den Mittelpunkt. Das Deutsche Architekturmuseum DAM lädt mit einem Beitrag zu neuer tschechischer Architektur ein. Lyrisch wird es in der Deutschen Nationalbibliothek mit „Reiner Kunze und die tschechische Poesie“. Im Palmengarten können sich Besucher*innen mit Garten-Utopien im Werk von Veronika Richterová auseinandersetzen. Um widerständige Literatur aus Tschechien von Božena Němcová bis Radka Denemarková geht es im Haus am Dom. Im Deutschen Filminstitut & Filmmuseum lässt sich zeitgenössische tschechische Fotografie bestaunen. Und im Archäologischen Museum gibt es „Die bronzene Schönheit aus Kladina“.

Jindřich Ráftl und Jan Tůma vom Architektenbüro JinJan stellten das Konzept „An den Grenzen der Vorstellungskraft“ für die 2.300 Quadratmeter große Ausstellungshalle vor. Der tschechische Ehrengast-Pavillon soll die Besucher*innen in eine Welt der Fantasie und Literatur einladen. Runde, aufblasbare Elemente in unterschiedlichen Größen werden den Raum strukturieren. Sie sollen als Sitzgelegenheiten dienen und die Vielfalt menschlicher Vorstellungskraft symbolisieren. Ergänzt wird das Konzept durch interaktive Stationen wie „Bojen“ und einen „poetischen Leuchtturm“, die mithilfe von KI die tschechische Literatur erlebbar machen. Ein Roboter wird live Comics zeichnen und eine Ausstellung zeigt tschechische Illustrationen der letzten 30 Jahre. Gleichzeitig setzt der Ehrengast-Pavillon auf Nachhaltigkeit: Leichte, modulare Bauteile minimieren Transportaufwand, Materialverbrauch und Abfall.

Im Anschluss fand ein Gespräch mit der Autorin Dora Kaprálová statt. Sie hat in diesem Jahr den Magnesia-Litera-Preis und den European Union Prize for Literature gewonnen.

Am Abend trafen wir im Haus des Buches auf interessierte Buchhändler*innen, denen wir aktuelle tschechische Literatur vorstellten. Auch hier stand Dora Kaprálová noch einmal Rede und Antwort und gab einen Einblick in ihren Schriftstellerinnenalltag.

Wir freuen uns sehr über das große Interesse von Journalist*innen, Partner*innen und Kolleg*innen, die anwesend waren und möchten uns sehr herzlich bei der Deutschen Nationalbibliothek für die Unterstützung bedanken!

Fotos: Sabine Felber/Literaturtest