Tschechien

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Fotoreportage: Tschechien als Gastland bei den Texttagen Nürnberg

Texttage Nürnberg
Vom 16.-19. Juni stand Nürnberg ganz im Zeichen der Literatur: Die texttage.nuernberg laden jährlich zu vier Tagen voller Lesungen und Begegnungen mit renommierten Schriftsteller*innen sowie Debütautor*innen ein. Im Mittelpunkt stehen dabei die Formate, bei denen die Besucher*innen ganz nah an die Autor*innen herankommen: z.B. in text.talks, in denen Bücher in ganz kleiner Runde besprochen werden, oder bei Workshops, in denen Schreibinteressierte von den großen Namen lernen können. In diesem Jahr ist Tschechien als Gastland der Texttage aufgetreten.

Tschechien präsentierte sich mit acht Autor*innen auf den texttagen.nuernberg. Mit dabei waren Vratislav Maňák, Jaroslav Rudiš, Štěpánka Jislová, Anna Řezničková, Alžběta Stančáková, Jaromír Typlt, Josef Straka und Jan Laštovička.

Einen Einblick in die Comic-Kunst konnten Zuschauer*innen bei der Comic-Lesung von Štěpánka Jislová gewinnen. Sie sprach eindrücklich über den Entstehungsprozess des Buches „Ohne Haare“ von Tereza Drahoňovská (Kommode Verlag), das vom Leben mit Alopezie handelt und für das sie als Illustratorin gearbeitet hat. Künstlerisch interessierte Teilnehmer*innen konnten in einem Workshop mit der Autorin ihr Wissen vertiefen und sich selber im Comic-Zeichnen ausprobieren.

Trotz drohendem Gewitter am Freitagabend, das das Bühnenprogramm von der Außenlocation in der Katharinenruine nach drinnen verlagerte, traten auch Vratislav Maňák und Jaroslav Rudiš vor einem großen und engagierten Publikum auf. Zusammen mit der deutschen Autorin Miku Sophie Kühmel sprach Vratislav Maňák über queere Sichtbarkeit in der Literatur und darüber, was es heute in Europa heißt, queer zu sein. In einem text.talk in der Stadtbibliothek konnte sich eine kleine Gruppe dann vertieft mit Vratislav Maňáks Buch „Mit Wittgenstein in der Schwulensauna“ (Karl Rauch Verlag) auseinandersetzen und mit dem Autor in den Dialog treten.

Ein Highlight war die interaktive Lesung „Lesen für Bier“ mit Jaroslav Rudiš und Lucas Fassnacht, bei der die beiden verschiedenste vom Publikum mitgebrachte Texte vorgetragen haben – von selbstgeschriebener Poesie über Bahnfahrkarten bis hin zur erotischen Literatur oder dem Ratgeber zum Bier war alles mit dabei und löste großen Applaus und grölendes Lachen beim Publikum aus.

Am Samstag verwandelte sich der Platz rund um die Katharinenruine in ein Festivalgelände voller Trubel und Möglichkeiten zum Mitmachen, Entdecken und Vernetzen. Mittendrin fand eine Tandem-Lesung mit tschechischen und deutschen Autor*innen statt. Zusammen mit ihrem deutschen Counterpart trugen Anna Řezničková, Alžběta Stančáková, Jaromír Typlt, Josef Straka und Jan Laštovička hier ihre Texte vor oder präsentierten ihre Illustrationen, die zum Teil während ihren Residenzaufhalten in Nürnberg entstanden sind. 

Fotos: Nathalie Weber