Tschechien

Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2026

Facebook Česko - Frankfurtský knižní veletrh 2026Instagram Česko - Frankfurtský knižní veletrh 2026

Unsere Übersetzer*innen: Sophia Marzolff

Sophia Marzolff
Ohne unsere vielen tollen Übersetzer*innen wäre die tschechische Literatur im Ausland nicht vorhanden. In unserer Reihe wollen wir euch daher unsere Kolleg*innen näher vorstellen und haben ihnen dafür ein paar Fragen gestellt. Heute geht es mit Sophia Marzolff weiter. Sie studierte Romanistik und Slawistik in Freiburg i.Br., Montpellier und Brno und arbeitete in verschiedenen Verlagslektoraten, bevor sie sich als Literaturübersetzerin aus dem Tschechischen, Französischen und Italienischen in München selbstständig machte. Zu den von ihr übersetzten tschechischen Autor*innen gehören unter anderem Daniela Fischerová, Květa Legátová, Miloš Urban, Stanislav Komárek, Markéta Pilátová, Jaroslav Boček, Zdena Salivarová und Alice Horáčková. Sophia Marzolff wurde zuletzt mit dem Arbeitsstipendium des Freistaats Bayern ausgezeichnet.

Denkst du beim Übersetzen eher in Bildern, in Bedeutung oder in Worten?

Es ist vermutlich ein Gemenge aus Tönen, Sprachklängen und Bildern, das dann idealerweise Bedeutung generiert.

Was liebst du am Tschechischen, was du im Deutschen vermisst?

Die Lässigkeit, mit der Umgangssprache in der tschechischen Literatur vorkommt, ohne dass es gewollt oder anbiedernd klingt. Die Gewitztheit, mit der Fremdwörter morphologisch in die Sprache integriert werden. Die Kreativität bei der Entwicklung von Neologismen.

Was sind deine Lieblingswörter auf Deutsch und auf Tschechisch?

Da gibt es natürlich Unmengen, wie soll man da auswählen? Im Deutschen z.B. Balsam, Miesmuschel, Pipapo, somnambul, kruschteln, filigran, Mumpitz, gluckern, glimmern, fabulieren …

Im Tschechischen z.B. mermomocí (unbedingt), žal (Kummer), česnečka (Knoblauchsuppe), popotahovat (schniefen), něžně (zärtlich), blábolit (faseln), fofr (Hast), fajnšmekr (benötigt keine Übersetzung) ...


Das Interview führte Nathalie Weber.