Denkst du beim Übersetzen eher in Bildern, in Bedeutung oder in Worten?
Es ist vermutlich ein Gemenge aus Tönen, Sprachklängen und Bildern, das dann idealerweise Bedeutung generiert.
Was liebst du am Tschechischen, was du im Deutschen vermisst?
Die Lässigkeit, mit der Umgangssprache in der tschechischen Literatur vorkommt, ohne dass es gewollt oder anbiedernd klingt. Die Gewitztheit, mit der Fremdwörter morphologisch in die Sprache integriert werden. Die Kreativität bei der Entwicklung von Neologismen.
Was sind deine Lieblingswörter auf Deutsch und auf Tschechisch?
Da gibt es natürlich Unmengen, wie soll man da auswählen? Im Deutschen z.B. Balsam, Miesmuschel, Pipapo, somnambul, kruschteln, filigran, Mumpitz, gluckern, glimmern, fabulieren …
Im Tschechischen z.B. mermomocí (unbedingt), žal (Kummer), česnečka (Knoblauchsuppe), popotahovat (schniefen), něžně (zärtlich), blábolit (faseln), fofr (Hast), fajnšmekr (benötigt keine Übersetzung) ...
Das Interview führte Nathalie Weber.


